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Tausende Gnus überqueren während der Großen Migration einen Fluss in der Masai Mara in Kenia.
Ratgeber

Wo sehe ich welches Tier? Afrikas Arten und ihre besten Reviere

Porträtfoto von Arber im dunklen Hemd, lächelnd mit einem Smartphone in der Hand von Arber Gjidoda 7 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet: Wo Sie welches Tier am ehesten sehen

Die meisten Safari-Ratgeber sind nach Ländern sortiert. Viele Reisende suchen aber andersherum – sie haben eine Tierart im Kopf und fragen, wohin sie dafür reisen müssen. Diese Übersicht dreht die Perspektive um: Art für Art, mit dem Revier, in dem die Chancen am besten stehen, und dem passenden Zeitfenster.

Tier Bestes Revier Beste Zeit
Berggorilla Bwindi (Uganda), Volcanoes (Ruanda) Juni–September, Dezember–Februar
Schimpanse Kibale (Uganda), Mahale (Tansania) Juni–Oktober
Leopard South Luangwa (Sambia), Sabi Sand (Südafrika) Juni–Oktober
Gepard Masai Mara (Kenia), Zentrale Kalahari (Botswana) Mara Juli–Oktober, Kalahari Dezember–April
Afrikanischer Wildhund Linyanti & Selinda (Botswana), South Luangwa Juni–September
Spitzmaulnashorn Damaraland (Namibia), Laikipia (Kenia) Mai–Oktober
Wüstenelefant Damaraland & Kaokoveld (Namibia) Mai–Oktober
Große Elefantenherden Chobe (Botswana), Hwange (Simbabwe) August–Oktober
Baumkletternde Löwen Ishasha (Uganda), Lake Manyara (Tansania) Juni–September
Gnuwanderung Serengeti (Tansania), Masai Mara (Kenia) Mara August–September, sonst Serengeti
Grevyzebra, Gerenuk, Netzgiraffe Samburu (Kenia) Juni–Oktober, Januar–Februar
Flusspferd & Krokodil Lower Zambezi (Sambia), Murchison Falls (Uganda) Ganzjährig
Flamingo Rift Valley (Kenia), Makgadikgadi (Botswana) Wasserstandsabhängig
Erdmännchen Makgadikgadi (Botswana) Mai–Oktober

Die Big Five – und warum sie nicht alles sind

Löwe, Elefant, Büffel, Nashorn und Leopard lassen sich in den privaten Reservaten rund um den Krüger-Nationalpark in Südafrika am zuverlässigsten in wenigen Tagen sehen. Das ist der Grund, warum wir diese Gebiete für eine erste Safari empfehlen: hohe Wilddichte, erfahrene Tracker und die Erlaubnis, abseits der Wege zu fahren.

Der Begriff selbst stammt allerdings aus der Großwildjagd und sagt nichts über die Qualität einer Safari. Wildhunde, Geparden oder ein Leopard mit Beute im Baum sind seltener und für viele Gäste eindrücklicher als das Abhaken einer Liste. Mehr zu diesem und anderen Begriffen in unserem Safari-Glossar.

Raubkatzen: wo die Chancen am besten stehen

Leopard. Zwei Reviere stechen heraus. Im South Luangwa in Sambia ist die Dichte außergewöhnlich hoch, und weil dort Nachtpirschfahrten erlaubt sind, sieht man die Tiere auch jagend. In den privaten Reservaten Südafrikas sind die Leoparden über Generationen an Fahrzeuge gewöhnt und entsprechend entspannt – das ergibt Begegnungen auf wenige Meter.

Gepard. Braucht offenes Gelände zum Jagen. Die Ebenen der Masai Mara sind dafür ideal, ebenso die zentrale Kalahari – dort allerdings in der grünen Saison zwischen Dezember und April, wenn das frische Gras die Beutetiere anzieht.

Löwe. Fast überall vertreten, aber mit Besonderheiten: Die baumkletternden Löwen der Ishasha-Region im Queen Elizabeth National Park und am Lake Manyara sind eine regionale Eigenart, die es sonst kaum gibt. Die Kalahari-Löwen mit ihren dunklen Mähnen sind an extreme Trockenheit angepasst.

Die schwer zu findenden Arten

Afrikanischer Wildhund. Eine der bedrohtesten Raubtierarten des Kontinents und ein echter Glücksfall bei jeder Sichtung. Die besten Chancen bestehen in den Konzessionen von Linyanti und Selinda in Botswana sowie im South Luangwa. Rudel durchstreifen riesige Gebiete, weshalb mehrere Nächte am selben Ort die Chancen deutlich erhöhen.

Spitzmaulnashorn. Im Damaraland lebt die größte frei lebende Population außerhalb von Schutzzäunen – aufgespürt wird zu Fuß mit ortskundigen Trackern. In Laikipia in Kenia sind die Bestände in privaten Conservancies geschützt und die Sichtungschancen entsprechend hoch.

Wüstenelefant. Keine eigene Art, sondern an Trockenheit angepasste Afrikanische Elefanten mit größeren Füßen und längeren Beinen. Sie folgen den Trockenflüssen im Damaraland und im Kaokoveld und legen dabei enorme Strecken zurück.

Primaten: Gorillas und Schimpansen

Berggorillas gibt es weltweit nur in den Virunga-Bergen und im Bwindi Impenetrable Forest. Besucht werden ausschließlich habituierte Familien, die Erfolgsquote ist dadurch sehr hoch. Welches Land sich für Sie eignet, klärt unser Vergleich Gorilla-Trekking: Uganda oder Ruanda.

Schimpansen sind am besten im Kibale National Park in Uganda und in Mahale am Tanganjikasee zu beobachten. Mahale ist aufwendiger zu erreichen, dafür liegen die Camps direkt am See – Schimpansen-Trekking am Vormittag, Kajak am Nachmittag.

Herden, Wasser und Vogelwelt

Die größten Elefantenansammlungen des Kontinents finden sich am Chobe-Fluss in Botswana und in Hwange in Simbabwe, jeweils am Ende der Trockenzeit zwischen August und Oktober. Eine Bootsfahrt am späten Nachmittag auf dem Chobe gehört zu den eindrücklichsten Stunden, die eine Safari zu bieten hat.

Flusspferde und Krokodile sind ganzjährig verlässlich – im Lower Zambezi, wo man ihnen im Kanu begegnet, und bei einer Bootsfahrt zum Fuß der Murchison Falls.

Bei den Flamingos ist Ehrlichkeit angebracht: Die Bestände an den Seen des Rift Valley und an den Makgadikgadi-Pfannen schwanken stark mit dem Wasserstand und damit dem Nahrungsangebot. Die Vögel wechseln zwischen den Seen, ein verlässlicher Monat lässt sich deshalb nicht nennen. Wir prüfen für Ihren Reisezeitraum, wo die Lage aktuell am besten ist.

Für Vogelbeobachtung allgemein ist die grüne Saison von November bis April die stärkste Zeit, weil dann die Zugvögel aus Europa und Asien da sind. Uganda gilt mit über tausend Arten als eines der artenreichsten Länder Afrikas.

Wie Sie Ihre Chancen erhöhen

Länger bleiben statt mehr Orte. Drei Nächte in einem Gebiet bringen mehr als je eine Nacht an drei Orten. Tiersichtungen brauchen Wiederholung, und jeder Umzug kostet einen halben Safari-Tag.

Den Gebietstyp beachten. In privaten Reservaten und Konzessionen darf abseits der Piste gefahren werden, Nachtpirsch und Fußpirsch sind erlaubt, und weniger Fahrzeuge teilen sich eine Sichtung. Das wirkt sich unmittelbar aus – Details in Nationalpark, Wildreservat oder private Konzession.

In der Trockenzeit reisen. Wenn die temporären Wasserstellen versiegen, konzentriert sich das Wild an den verbleibenden Flüssen und Wasserlöchern, und die Vegetation ist licht genug, um es zu sehen.

Ein eigenes Fernglas mitnehmen. Das Ausrüstungsstück mit dem größten Effekt – und das am häufigsten vergessene. Mehr dazu in unserer Safari-Packliste.

Häufig gestellte Fragen

Wo sieht man Berggorillas?

Ausschließlich in den Virunga-Bergen und im Bwindi Impenetrable Forest – also in Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Besucht werden habituierte Familien, die Erfolgsquote ist sehr hoch.

Wo sieht man am ehesten Leoparden?

Im South Luangwa in Sambia, wo zusätzlich Nachtpirschfahrten erlaubt sind, und in den privaten Reservaten am Krüger-Nationalpark, wo die Tiere an Fahrzeuge gewöhnt sind.

Wo gibt es Wildhunde?

Am verlässlichsten in den Konzessionen von Linyanti und Selinda in Botswana sowie im South Luangwa. Die Rudel durchstreifen große Gebiete – planen Sie mehrere Nächte ein.

Wo kann man Nashörner sehen?

Spitzmaulnashörner frei lebend im namibischen Damaraland, gut geschützt in den Conservancies von Laikipia in Kenia. Breitmaulnashörner sind in Südafrikas Reservaten verbreiteter.

In welchem Land sieht man die meisten Tiere?

Bei reiner Dichte führen die privaten Reservate Südafrikas und das Okavango-Delta. Entscheidender als das Land ist aber der Gebietstyp und die Reisezeit – zwei Nächte in einer Konzession liefern oft mehr als eine Woche im öffentlichen Nationalpark.

Kann man Tiersichtungen garantieren?

Nein, und wir tun es bewusst nicht. Wildtiere sind frei, und selbst in den besten Revieren entscheidet der Zufall mit. Was sich steuern lässt, sind Gebiet, Reisezeit, Aufenthaltsdauer und die Qualität des Guides – und das macht in Summe einen großen Unterschied.

Welche Tiere sieht man in Namibia, die es sonst nicht gibt?

Wüstenelefanten und frei lebende Spitzmaulnashörner im Damaraland und Kaokoveld, dazu Oryxantilopen in den Wüstenlandschaften. Namibia ist weniger tierreich als Botswana, dafür einzigartig in der Kombination aus Landschaft und angepassten Arten.

Sagen Sie uns, was Sie sehen möchten

Wenn Sie eine bestimmte Art im Kopf haben, bauen wir die Reise darum herum – mit dem passenden Revier, der richtigen Jahreszeit und genug Nächten vor Ort, damit aus der Chance eine realistische Erwartung wird. Als Afrika-Spezialist mit über 30 Jahren Erfahrung sagen wir Ihnen dabei auch offen, wann eine Sichtung unwahrscheinlich bleibt. Fordern Sie jetzt unverbindlich Ihr individuelles Angebot an.

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Über den Autor

Arber Gjidoda

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